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19. April 2009, 22:01
Warriors gehen in Broncos-Feuerwerk unter
Was für ein offensives Feuerwerk! Die Calanda Broncos haben den vermeintlichen Spitzenkampf gegen die Winterthur Warriors beinahe nach Belieben dominiert und diskussionlos mit 70:20 (21:12, 28:8, 14:0, 7:0) für sich entschieden. Damit scheinen die Bündner für das Europacup-Spiel vom nächsten Samstag in Thonon bereit.
Landquart, 19.4.09 (mk) Auch im dritten Spiel in dieser Saison lockten die Broncos rund 500 Zuschauer an eines ihrer Heimspiele – und enttäuscht wurden diese auch gegen die Warriors nicht. Vom ersten Spielzug an lieferten sich die beiden hochkarätigen Import-Spieler auf der Quarterback-Position – der Kanada-Schweizer Marko Glavic auf Seiten der Broncos und der Amerikaner Randy Hippeard auf Seiten der Warriors – einen offenen Schlagabtausch. Derweil die Bündner das hohe Tempo bis zum Schluss durchziehen konnten und jede einzelne Angriffsserie mit einem Touchdown abschlossen, geriet die Winterthurer Offense ab dem zweiten Spielviertel ins Stocken. „Das Spiel lief wirklich ganz gut. Die Offense klickte eigentlich zum ersten Mal so wie sie müsste, und unsere Defense shuttete die Warriors-Offense ab Mitte des 2. Quarters fast völlig aus“, freute sich Quarterback Glavic nach Spielschluss, und fügte schmunzelnd hinzu, „und für die Zuschauer gabs sicher auch reichlich Spektakel...“ Glavic selbst war dabei der Hauptdarsteller der Show in der ersten Halbzeit: Zuerst erlief der Kanada-Schweizer den Eröffnungs-Touchdown über 4 Yards, anschliessend erwarf er allein in der ersten Halbzeit sechs Touchdown-Pässe, ein neuer Rekord in der 18-jährigen Broncos-Klubgeschichte, auf fünf verschiedene Receivers. „Er ist einfach wahnsinnig“, lobte Bob Van der Meji, der zwei Touchdown-Pässe fing, seinen Quarterback „man muss nur die Route richtig laufen, und der Ball fliegt zentimetergenau in die Hände, ganz gleich wo man auf dem Feld ist.“ Neben Van der Meji bediente Glavic, der in der europäischen Footballszene seit dem Eurobowl-Triumph letzte Saison mit Innsbruck als vielleicht bester Spielmacher des Kontinents gilt, auch noch Aaron James, Alex Fiva, Simon Dinkel und Robin Haas in der Endzone der verdutzten Warriors.
Trotzdem schien selbst der 49:20-Halbzeitstand noch nicht die Entscheidung zu sein, zumal die Gäste mit ihrem überzeugenden Quarterback Hippeard ebenfalls sehr schnell viel Raumgewinn erzielen konnten. Die kleinen Hoffnungen der Winterthurer wurden im dritten Spielviertel aber sofort im Keim erstickt: Der in einer unglaublichen Form spielende Holsey James trug den ersten Befreiungskick (Punt) der Warriors spektakulär über 72 Yards in die gegnerische Endzone zurück und skorte damit nach seinen drei Touchdowns vor Wochenfrist in Genf auch dieses Wochenende – dass der Amerikaner in der Defense auch noch zwei Pässe der Warriors abfing, verblasste angesichts seines Touchdowns fast etwas. Das Spiel war in der Folge natürlich entschieden, die immer besser eingestellte Verteidigung der Bündner sorgte für Druck und stoppte auch die spärlichen Laufversuche der Warriors kompromisslos. Letzten Endes holte sich auch noch Safety Matt Hammer, im ersten Spiel nach seinem Achillessehnenriss im letztjährigen Swiss Bowl, eine Interception, dazu durften mit Greg Jones und Konstantin Räber auch noch zwei Running Backs in diesem passlastigen Spiel persönliche Touchdowns feiern. 70:20 hiess es nach dem Feuerwerk auf dem Ried am Ende, und auch wenn das Resultat vielleicht etwas zu hoch ausfiel, war man in den Reihen der Broncos am Ende natürlich sehr erfreut. „Wir haben viele neue Spieler, da ist trotz der grossen Qualität für ein Football-Team sehr herausfordernd“, so der sehr stark aufspielende Middle Linebacker Ronny Lietha, „man merkt nun aber langsam, wie das Team zusammenwächst. Die Spieler werde sich bewusst, dass das Potenzial riesig ist. Wenn wir noch weiter zusammenrücken und noch mehr Vollgas geben, können wir ein sehr gefährliches Team sein.“ Dies wird besonders auch schon am nächsten Samstag nötig sein: Im Europacup-Spiel (Efaf-Cup) auswärts bei den Thonon Black Panthers treffen die Broncos dann nämlich auf ein Team, das zu den Top 10 Europas gehört. Die Franzosen haben am Samstag ihr Efaf-Cup-Auftaktsspiel bei den Parma Panthers überraschend und klar mit 40:14 gewonnen und sind damit klare Favoriten in der Gruppe 1.
Den Broncos-Shooting-Day perfekt machten am Vormittag die Broncos Juniors, die auch ihr zweites Saisonspiel mit einem Shutout-Kantersieg beendeten: Nach dem 53:0 gegen die Thun Tigers schickten die U19-Broncos auch die Fribourg Cardinals klar und deutlich mit 46:0 (7:0-Touchdowns) nach Hause. Allerdings war schon vor Saisonbeginn klar, dass diese beiden Gegner wohl nicht zur absoluten Schweizer Elite gehören, so dass die grossen Hürden für den Dritten der letzten beiden Schweizer Meisterschaften erst noch bevorstehen. Trotzdem mag sich manch ein Bronco zumindest vorübergehend freuen: Wie schon nach dem letzten Wochenende stehen die Broncos sowohl bei den Seniors wie auch bei den Juniors zurzeit auf Platz 1.
Telegramm
Calanda Broncos – Winterthur Warriors 70:20 (21:12, 28:8, 14:0, 7:0)
19. April 2009. - Ried Landquart. – 465 Zuschauer.
1. Quarter:
Marko Glavic 3-Yard-Run (Kick Tissi Robinson) 7:0.
Winterthur 21-Yard-Pass von Randy Hippeard (Conversion missglückt) 7:7.
Aaron James 8-Yard-Pass von Glavic (Kick Robinson) 14:7.
Winterthur 18-Yard-Pass von Hippeard (Conversion imssglückt) 14:12.
1. Calanda Broncos 3/6 (147:41). 2. Zürich Renegades 2/4 (66:40). 3. Bern Grizzlies 2/2 (79:16). 4. Winterthur Warriors 2/0 (54:105). 5. Geneva Seahawks 3/0 (13:157).
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