Donnerstag, 9. Februar 2012, 10:47:25 Uhr

04. November 2009, 23:51

Neue Männer braucht das Land?

Spielfreude oder Banksitzen?

In gut drei Wochen findet die Delegierten Versammlung der American Football Liga statt, wo auch der neue Präsident der Liga gewählt wird. Im Vorfeld wird dazu ein heisses Eisen diskutiert - nämlich das der Ausländerregelung - der Imports. Die Calanda Broncos möchten, um international mithalten zu können, das Import Kontingent erhöhen. Sie berufen sich dabei auf EU und andere Rechte. Gegen diesen Schritt wird wie Sport-Heute.ch aus verlässlicher Quelle erfahren hat, ein Antrag der Zürich Renegades aufs Tapet gebracht, dass die Imports einschränkt oder wenigstens nicht mehr ausweitet und beim alten belässt. Ob der Weg dank viel Geld sich an die Europäische Spitze zu katapultieren zu wollen sich lohnt, ist aber mehr als zweifelhaft. Clubgedanken, Spielfreude und Spielplausch bleiben dabei auf der Strecke und der Amateurstatus des Verbandes wird in Frage gestellt.

Brüttisellen, 4.11.09 (mk) Unter Clubs und Spielern macht sich immer mehr Ablehnung und Erstaunen für die Forderung der Bündner Calanda Broncos breit. 95% der Schweizer American Footballer betreiben dieses Spiel als Freizeit- und Amateursport. Natürlich geht ein jeder sein Spiel mit gewissen Ambitionen an, aber nie mit der Absicht er werde hier Footballprofi . So hört sich die Vorderung der Calanda Broncos auch absurd an, diese Idylle der Freizeit- und Amateursportler zu durchbrechen und fast einen Profibetrieb daraus zu machen. Für einen solchen Betrieb fehlen ganz einfach auch die Strukturen.

Mit der Erhöhung des Importkontingents, würde die Wegrichtung sicher so oder im ähnlichen Sinne verlaufen. Dies würde nicht nur Personal erster Güte auf dem Feld verlangen, sondern auch die Clubs dazu zwingen, ihr Clubbüro vom Einfamilienhäuschen ins Stadion zu verlegen und vollamtliche Mitarbeiter anzustellen. Dazu müssten sie Sponsoren in der momentan hoffnungslosen Welt des Sportsponsoring finden. Dazu ist American Football in der Schweiz eine Randsportart und basiert im Swiss Olympic Ranking in der niedrigsten Gruppe. Die Chancen der Clubs liegt daher bei Null, finden sie nicht einen Multimillionär, der das Geld freiwillig zum Fenster rauswirft.

Wir möchten nun die Meinung der Spieler wissen, die immerhin pro Kopf über 500-700 Franken an Geldern dem Verband für ihre Spiel entrichten und mit der Öffnung des Spielkontingents, wie es die Broncos fordern, ihre Zeit auf der Ersatzbank schon vorprogrammiert haben erfragen. Dass die teuren Importe auf die Bank gesetzt werden ist eher unwahrscheinlich. Diese Spieler kosten einen Club 3.500 Franken Bares plus Kost und Logis, Versicherungen, Garantien etc. im Monat. Viele Clubs können und wollen sich dies auch nicht mehr leisten und sind schon bei zwei Imports an ihre absoluten Grenzen angelangt. Als Beispiel sei der kürzlich genannten Gau beim Handball Schweizermeister Zürich Amicitia genannt- hier zeigt sich, wo solcher Übermut hingehen kann - der Club steht mit einem riesigen Schuldenberg vor dem Aus und vor einer Strafverfollgung durch die Zürcher Behörden.

Die Frage stellt sich also automatisch: Bringt es dieser neue Vorstoss überhaupt? Bringe ich als Spieler neben meinem 45 Stunden Job überhaupt noch die nötige Motivation auf, wenn ich nur auf der Bank sitzen muss? Haben wir als Spieler als Mannschaft überhaupt den grossen Lernnutzen von den vielen Imports? Lassen die uns auch im Club leben und spielen? Können wir noch genug spielen oder profitieren wir sogar von den Wünschen und Forderungen der Broncos? Bringt es den Schweizer American Football weiter? Etc.etc......

Es gibt sicher noch mehr solcher oder ähnlicher Fragen. Wir möchten dennoch keine Richter spielen. Keine Rechte abhandeln, keine Ausländerfeindlichkeit beschwören, sondern die reine Vernunft der Spieler hören. Die Eröffnung dieser Gespräche auf Sport-Heute.ch, sollen vielmehr auch dem einzelnen Spieler Gelegenheit geben, darüber nachzudenken und dazu seine eigene Meinung zu schreiben. Nur so, wissen wir wie der Amateursportler denkt und dazu steht. Schlussendlich spielen die Spieler. Deine Meinung Footballer ist also gefragt!

Nachfolgend sind die Darstellung des bisherigen Regelwerkes und die öffentliche Darstellung Darstellung der Calanda Broncos aufgeführt.

Zahlen und Facts:

Ein Spieler braucht 500-700 Franken im Jahr um zu spielen dazu kommen noch ca. 400 Franken für Umtriebe.

Präsident, Vice Präsident, Kassier, Coaches, Junior Coaches ets. arbeiten diem allermeisten umsonst.

Die Ligaverwaltung arbeitet nur kostendeckend.

Die Refs bekommen pro Match 50!! Schweizer Franken.
Die Gesamtkosten für den Ligabetrieb sind ca. 8500 Franken.

Jungprofis erhalten 3.500 Franken. Wenn also bw. 6 Imports pro Club haben ergibt dies ein Betrag von 21.000 pro Monat und pro Saison 105.000 Schweizer Franken. Dazu kommen noch diverse Prämien, Entschädigungen für Coaches etc.

Marcel Krebs

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SAFV SPIELREGLEMENT siehe SAFV Seite

Antrag zu Spielreglement bzgl. Profi-Spieler (Zürich Renegades)

Begründung: Wir spielen in einer Amateur-Liga, wo die Vielzahl der Spieler bezahlt um spielen zu können und wo Coaches und Funktionäre weitgehend ehrenamtlich arbeiten. Das bestehende Reglement erlaubt immer noch den Einsatz von zuvielen Profi-Spielern mit der Konsequenz, dass dadurch die Meisterschaft verzerrt wird. Deshalb möchten wir den Einsatz von Profi-Spielern begrenzen mit der folgenden neuen Reglementierung:

E. Alten Wortlaut ersetzen mit:Profi-Spieler

Artikel 33:alten Wortlaut ersetzen mit: Definition Profi-Spieler
alten Wortlaut ersetzen mit: Als Profi-Spieler gelten sämtliche Spieler, welche:

a) vor dem SAFV-Lizenzantrag im Ausland auf mit College Football vergleichbarem Niveau oder höherem Niveau spielberechtigt waren,
b) nicht mindestens vier Monate vor Beginn der Schweizer Meisterschaft einen festen Wohnsitz im Umkreis von 100km des Sitzes des den entsprechenden Lizenzantrag stellenden Clubs nachweisen können, und
c) alten Wortlaut löschen
d) nicht während mindestens fünf Jahren ohne Unterbrechung durch den SAFV als Spieler oder Coach lizenziert waren. --> wird neu zu Paragraph c)

Artikel 34: keine Änderungen
 
Artikel 35: Beschränkung der Spielteilnahme
 
Absatz 1: alten Wortlaut ersetzen mit: Es dürfen höchstens vier Profi-Spieler auf dem Spielerverzeichnis eingetragen werden.  
Absatz 2: alten Wortlaut ersetzen mit: Es dürfen höchstens zwei Profi-Spieler gleichzeitig am Spiel teilnehmen. Verstösse gegen diese Vorschrift werden gleich bestraft, wie wenn mehr als elf Spieler am Spiel teilnehmen.
Absatz 3: Die Beschränkungen in Abs. 1 und Abs. 2 gelten nicht für Spieler, die in der Spielzeit 2009
(i)  nicht als Ausländer spielberechtigt waren, oder
(ii) nie auf mit College Football vergleichbarem Niveau oder höherem Niveau gespielt haben, und
(iii) weiterhin für den selben Club wie 2009 lizenziert sind.

Art. 45: alten Wortlaut ersetzen mit: Profi-Spieler
alten Wortlaut ersetzen mit: Die Bestimmungen über Profi-Spieler werden nicht angewendet.

Anhang: Änderungen zu den Spielregeln

Regel 1 Abschnitt 4: Spieler und Ausrüstung der Spieler
1-4-4-i Einfügung: alten Wortlaut ersetzen mit: Spieler, die gemäss dem Spielreglement Profi-Spieler sind, müssen mit dem Buchstaben "A" gekennzeichnet werden. Der Buchstabe muss mindestens 7 cm hoch sein und sich auf der Rückseite des Helms sowie auf dem Jersey befinden. Er muss sich von der Farbe des Helms bzw. des Jerseys deutlich unterscheiden.

Regel 8: Punkte
9-1-4-b Ergänzung: alten Wortlaut ersetzen mit: Teilnahme von mehr Profi-Spielern, als das Spielreglement erlaubt, ist illegale Spielteilnahme.
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Zusammenfassend das Wichtigste von der Broncos Seite

Mit dem Titel Zoff im Schweizer Football Titeln die Broncos auf ihrer Website vom 3.11.09. - Der Übersicht halber zeigen wir hier Teilauszüge.

Im Artikel wird festgehalten, dass hinter den Kulissen gewerkelt werde - dies sei eine Reaktion auf den Meistertitel der Calanda Broncos.

Weiter heisst es: Viele Schweizer Vereine stiessen sich daran, dass die Broncos im Verlauf der Saison acht Imports einsetzten.

Mit den Winterthur Warriros, den Bern Grizzlies und den Zürich Renegades hätten diese Clubs schon lange mehrere Imports eingesetzt. Dazu haben die Bern Grizzlies 2007 rund ein halbes Dutzend Thuner Spieler! in ihre Reihen genommen, die den aufgestiegenen Thunern den sofortigen Abstieg wieder bescherte.

Auch die Renegades scheuen sich nicht davor, Importspieler an Land zu holen. Die Schweiz hätte die strengste Importregel Europas, heisst es weiter.

Importspieler (Auszug)
Kleinere Klubs mit nur einem Importspieler hatten es bereits in den 90er Jahren schwer, um den Meistertitel mitzuspielen. Trotzdem wurde das Import-Treiben zuletzt vor allem jenen Vereinen zu bunt, die nicht mehr ganz vorne mitspielten, und so revidierte man die Ausländerregel bereits auf diese Saison hin: US-Doppelbürger galten nur dann noch als Nicht-US-Spieler, wenn sie einen europäischen Pass vorweisen konnten. Die Saison 2009 zeigte, dass diese neue Regel überhaupt nichts brachte, dafür aber den Schweizer Top-Klubs im Efaf-Cup schadete - da in den anderen Euro-Ländern diese Regeleinschränkungen nicht bestanden.

(Auszug)
Zudem wollte man schon letztes Jahr die Importregel nicht mehr ausschliesslich auf Nationalitäten beschränken, sondern auf den Fakt, ob ein Spieler in den USA College Football gespielt hatte. Bereits an der letzten Delegiertenversammlung kamen die Vereine zum Schluss, dass dieses Kriterium rechtlich nicht haltbar ist. Ausserdem stellte man fest, dass es für den Footballsport in der Schweiz unsinnig ist, die eigentlichen "Experten" aus den USA mittels Reglement auszuschliessen.

Angst vor den Broncos! (Auszug)
2009 wird nun ein neuer Antrag in die Richtung versuchen, die Schweizer Top-Teams zu senkeln - offenbar aus der Region Bern/Biel. Nicht nur die College-Regel wird nochmals zur Abstimmung kommen, die Import-Regeln sollen zudem weiter verschärft werden. Auslöser dieser Polemik ist - wie von einem Vereinsvertreter bestätigt - "Angst" vor den Broncos.

Androhungen! (Auszug)
Die Drohungen in Richtung der Broncos haben in den letzten Wochen absurde Ausmasse angenommen: Drastische Massnahmen (sprich: Auschluss aus dem SAFV) wurde den Bündnern angedroht, von anderer Seite wurde angefragt, warum die Broncos sich nicht der Österreichischen Football-Liga anschlössen. Dass die Broncos nicht die ersten sind, die vor einer Saison mehrere Spieler verpflichteten (siehe oben), wird dabei vergessen. Denn dass die Broncos "nur" wegen den Söldnern Meister wurden, ist eindeutig falsch. 2006 und 2007, vor dem NLA-Aufstieg, standen die Bündner bereits ohne einen einzigen Importspieler im NLB-Final (und damit auch mit "nur" Einheimischen an der Schwelle zur Schweizer Spitze). 2008 stand man mit diesem Team bereits im Swiss Bowl - mit nur zwei amerikanischen Verstärkungen. Unerwähnt bleibt auch, dass die Broncos eines der erfolgreichsten U19-Teams der letzten Jahre aufgebaut haben (2006-2008 jeweils Dritter, 2009 Zweiter) und immer wieder junge Spieler in die erste Mannschaft einbauen konnten.

(Auszug)
Dass nun selbst mit drastischen Massnahmen wie einem Ausschluss unterschwellig gedroht wird, ist bedenklich und zeigt, dass die Klubs - entgegen ihren Beteuerungen - nicht das Interesse der Schweizerischen American Football, sondern einzig und allein die ihres eigenen Klubs im Auge haben. Die neuen vorgeschlagenen Regelungen zielen eindeutig auf eine Schwächung der Broncos, wie die folgenden Import-Regeln (die am 21. November an der Delegiertenversammlung des SAFV zur Abstimmung stehen) zeigen.

Es folgen dann noch rechtliche Belehrungen, die aber (im Moment) wenig Relevanz haben. Wer alles lesen will, kann dies auf der Seite der Calanda Broncos tun.

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Bild Swiss Bowl Jürgen Gruenwidl