Donnerstag, 9. September 2010, 23:11:37 Uhr

02. März 2010, 18:12

American Football als Leidenschaft

Walter Tribolet Präsident der Calanda Broncos

Der Churer Autohändler und Immobilienkönig Walter Tribolet ist nicht nur ein begeisterter Anhänger des American Footballs, sondern auch ein leidenschaftlicher Mäzen und Präsident des American Football Schweizer Meisters Calanda Broncos aus dem Bündnerland. Walter Tribolet versteht es wie kein anderer, aus der immer noch in der Schweiz sehr stiefmütterlich behandelten Sportart American Football eine Sonnenstube des Erfolges und des sportlichen Aufsehens zu machen. Dass wir in der Schweiz professioneller werden müssen ist ihm bewusst und er weiss auch, dass es noch vieler Anstrengungen bedarf um das Niveau ausländischer Leaguen zu erreichen. Bei Walter Tribolet schlagen zwei Herzen in einer Brust. Im einem schlägt das Herz des erfolg-reichen Unternehmers und im anderen schlägt eines des leidenschaftlichen American Footballers. Wer Walter Triobelt kennen lernt findet einen respektvollen gefühl-vollen und herzlichen Menschen vor.

1.3.2010 Brüttisellen (mk) Der junge Walter Tribolet, kam durch seinen Vater zum Sport. Zuerst versuchte er sich als Eishockeyspieler beim damals aufstrebenden Hockeyclub Chur wo sein Vater Sponsor war. Senjor Tribolet war Oberst im Militär und sah es darum sehr gern, dass Walter ebenfalls nach der Matur vorerst den militärischen Karriereweg einschlug. Er absolvierte die Rekruten- und anschliessend die Offiziersschule und wurde Leutnant der Schweizer Armee. Walter Tribolet verehrte seinen Vater sehr. Er durfte auch das lernen, auf das er Lust hatte. So zog es den jungen Tribolet bald in die Ferne – genau nach den USA. Mit 21 schrieb er sich an der berühmten Verkaufsschule der grossen Autohersteller in Palm Beach in den USA ein. Nach dem erfolgreichen Abschluss an dieser Verkaufsschule und dem anschliessend Bachelor meldete er sich für die Aufnahmeprüfung an der Universität in Fort Lauderdale um seinen Doktor zu machen. Doch lassen wir Walter Tribolet selber erzählen:

„Ich mag mich noch genau erinnern, sagt Walter Tribolet. Ich sass da im Klassenraum – ich knapp 24 um mich herum lauter Männer mit einem Durchschnittsalter von über 40 Jahren. Alle hatten bereits schon eine riesengrosse Berufserfahrung. Da kommst du nie durch – waren die ersten Gedanken. Den die Erfahrung der Prüfungen zeigte, dass aufs Erstemal nur 5% den Sprung für den Kurs des MBA Titel schafften. Ich gehörte schlussendlich zu denen die zugelassen wurden und gut zwei Jahre später, genau am 31. März war es dann soweit mit dem Abschluss meines Masters in den USA. Zu dieser Zeit war mein Vater bereits schwer krank und ich wollte unbedingt nach Hause. Am 25. April war ich wieder in Chur. Ich kam zurück mit vielen Ideen und mit grossem Elan. Ich hatte Pläne und Ideen. Bald nach meiner Ankunft, starb mein Vater und ich wurde in die wahre Wirklichkeit des Geschäftslebens geworfen. Ich hatte viel gelernt in den USA, leider waren die Studien aber meistens nur um und über die Grossbetriebe mit tausenden von Mitarbeitern. Mich erstmals mit einem mittleren KMU Betrieb auseinanderzusetzen, brachte mir manche schlaflose Nacht und viel Arbeit. Zusammen mit meiner Schwester die Primarlehrerin war, war ich nun plötzlich der Inhaber der Firma Tribolet. Meine Mutter half uns aber mit allen Kräften und ihrer grossen Erfahrung mit, die sie in all den Jahren als Geschäftsfrau gesammelt hatte.

Vom wilden „Amerikaner“ zum geschäftstüchtigen Churer

Die wilde Zeit in den Staaten ist nur noch Erinnerung. Geblieben ist die grosse Liebe zu diesem Land. Erinnerungen sind auch an die unzähligen Matchbesuche bei den Football-spielen in ganz Amerika, wo Walter Tribolet kaum eines ausgelassen hat, während er dort seine Studien machte. „Zuerst kam American Football! Dann musste ich halt während der Woche und auch meistens Nachts „chrampfen“ und so für mein Studium zu lernen.“ - sagt Walter Tribolet.

Heute hat Walter Tribolet einen Betrieb mit über 100 Angestellten. Auf der einen Seite ist er der grosse Autohändler im Bündnerland mit besten Vertretungen von Ford, Corvette, Toyota, Cadillac etc. auf der anderen Seite ist er eine grosse Persönlichkeit im bündnerischen Immobiliengeschäft. So gehören ihm die Gebäude wo Mediamarkt und weitere Einkaufszentren ihre Geschäfte in der Bündner Metropole Chur tätigen. Dazu kommen Häuser, Wohnungen und Geschäftsräume. Wer in seinen Firmen arbeitet, tut das meistens über viele, viele Jahre hinweg. Firmenjubiläen von 20, 30 ja sogar 50 Jahren sind keine Seltenheit. Das Imperium, dass er von seinem verstorbenen Vater übernommen hat, und mit seiner Schwester zusammen zu einem modernen Betrieb ausgebaut hat, ist heute ein moderne Firma mit Zukunft. Respekt zueinander und voneinander wird in Tribolets Firmen grossgeschrieben. Der Erfolg des Autocenters ist schlussendlich auf den Tatsachen des Respektes und der Grosszügigkeit, zu dem geworden was es heute ist. Und doch treibt es Walter Tribolet wieder weiter. Er möchte nun noch ein Zusatzstudium machen, eines, dass ihm wieder neue Perspektiven aufzeigt und neue Ideen bringt, damit er seine Firma weiter auf dem Erfolgkurs leiten kann.

American Football ist meine grossen Leidenschaft

Der Weg für Walter Tribolet war so nicht weit, die persönliche kostbare Freizeit bald an den Spielen der Calanda Broncos zu verbringen. Der heutige Präsident, der Broncos ist sozusagen ein „Besessener“ des Footballsportes und seiner Calanda Truppe. Ihn begeistert nicht nur die Matches, sonder er nimmt sich so oft es geht Zeit, um den Trainings der Broncos zuzuschauen. Sein Augenmerk gilt auch der Juniorenabteilung, wo viele Talente schlummern. Für ihn ist nicht unbedingt das Siegen bis zum geht nicht mehr Bedingung, sondern eher der Kampf guter Footballteams untereinander. „Klar, die Broncos sind die Boys für die mein Herz schlägt – doch lieber habe ich viele gute Mannschaften die gegen uns kämpfen und alles dafür geben um uns zu schlagen, als eine laue Meisterschaft. Als Präsident hat man sicher auch sportliche Ziele – die müssen aber immer realistisch sein. Aber auch ich wurde in der letzten Saison unruhig, als wir dreimal hintereinander verloren haben. James Craig unser damaliger Headcoach hat mir aber immer versichert, wir werden Schweizer Meister. Der Erfolg in der Meisterschaft hat mir mein persönliches Engagement für den Club bestätigt und die Mannschaft hat mir mit dem Titel dafür gedankt.

Das ist Football

Dein Engagement bei den Broncos ist gross, was ist für Dich wichtig in der Vorbereitung der Mannschaft?

Ich möchte mit meinem Engagement die Voraussetzungen schaffen, damit es klappt in der Saison. Für mich ist es enorm wichtig, dass alles gut ist. Ich muss dieses Gefühl unbedingt haben. Dabei ist natürlich die Vorfreude auf die kommenden Monate der Meisterschaft riesengross. Die Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Die Saison ist dann noch Zusatz. Ich frage mich dennoch immer wieder, gibt es noch irgend etwas, dass ich machen kann – etwas dass meiner Mannschaft noch hilft - weiterhilft?

Geredet wird ja viel, wie ist das genau mit den Profispielern – sind das Angestellte der Tribolet AG?

Nein, für die Profispieler habe ich eine besondere Firma. Die haben Verträge die ich mit ihnen aushandle. Da stehen auch Pflichten und Rechte. Wen ich allerdings als Profi verpflichte, der hat es gut bei den Broncos. Diese Geschäfte schliesse ich wohl ab und bestimme sie, die rechtlichen Aspekte übernimmt da aber mein Rechtsberater und Anwalt Reto Annen. Gegenseitiger Respekt von den Spielern zu mir und der Mannschaft steht an erster Stelle und ist absolute Voraussetzung für eine Zusammenarbeit.

Was fehlt Dir im Schweizer American Football

Klar, DAS M I T E I N A N D E R. Wir sollten mehr reden miteinaner und weniger Geheimnisse voneinander haben. Nur zusammen werden wir die Hürden meistern können um unseren Sport weiter in das Interesse der Öffentlichkeit zu bringen. Jeder Club sollte bemüht sein, seine Spiele bestmöglichst zu vermarkten. Die Presse muss eingeladen werden und gepflegt werden. Es müssen bw. Roaster bereit liegen. Ich sehe diese Öffentlichkeitsarbeit als eine der wichtigsten Arbeiten an. Nur so werden die Zuschauer kommen. Solange die Medien nur wenig berichten, werden wir keine Chance haben da mitzumischen, geschweige gross Kasse machen. Wir müssen professioneller arbeiten und auch viel, viel professioneller denken lernen. Im Vordergrund muss der gemeinsame Erfolg der Liga stehen. Sportlich soll der Beste gewinnen- um uns aber öffentlich gut zu präsentieren müssen wir alle zusammen Winners sein. Nur wenn alle wirklich am gleichen Strick ziehen und die Öffentlichkeit dies auch merkt, lässt sich die Aufmerksamkeit auf unsere Liga lenken.

Wie könnte man die Spiele attraktiver machen?

Für mich ist es immer noch unverständlich, dass es Clubs gibt, die keinen Spielkommentator haben. Kommt ein Zuschauer einmal an ein Spiel, wird er ohne Kommentar wohl eher Bahnhof und die drei Fragezeichen verstehen. Ich weiss es ist manchmal schwierig einen Platz wo alles zur Verfügung steht für die Spiele zu finden, aber Bequemlichkeit ist da das grosse Übel in den Clubs. Die Anschaffung einer solchen Funkanlage kostet halt auch an die 10'000 Franken. Doch ich zähle das zu den minimalsten Anforderungen für unseren Sport. (Beim Verband stehen zwei Anlagen für die Miete zur Verfügung. Redaktion) In der Nati A glaube ich, sind aber die meisten Clubs damit ausgerüstet benützen sie aber nicht immer!

Sponsoren finden ist schwer??

Schwer haben es heutzutage alle. Als selbständiger Inhaber meiner Firmen muss auch ich jeden Morgen aufstehen und kämpfen und meine Arbeitstage gehen nicht um fünf zu Ende. So ist es auch mit der Sponsorensuche. Auch in der heutigen Zeit, wird es möglich sein gute Sponsoren zu finden. Doch wie schon gesagt, muss dabei vieles im voraus schon stimmen. Die ganze Liga muss als kompaktes Paket dastehen, die Pressearbeit muss da sein, die Zuschauer müssen allerdings kommen. Als Beispiel möcht ich da nur die Meanmachine aus Basel anführen. Sie spielen im B sind mit kleinen Mitteln gestartet machen aber vorzügliche Öffentlichkeitsarbeit. Sie präsentieren eine attraktive Website und ....haben einen Sponsor gefunden und können bei jedem Heimspiel eine stattliche Zuschauerkulisse vorweisen. So müsste es ungefähr laufen. Bevor wir alle unsere Siege wirklich geniessen können müssen wir dafür arbeiten, arbeiten und nochmals arbeiten! Die Öffentlichkeit muss von uns aus aufmerksam gemacht werden. Es hat auch noch andere Clubs, die auf dem besten Weg dazu sind. Wir müssen auch endlich ein anderes Clubdenken bekommen und uns von alten Denklasten lösen und befreien. Zu uns kommt niemand, bevor wir nicht zu ihm gehen. American Football bringt uns viel und kann noch viel mehr einem hungrigen Publikum geben. Wir haben doch wirklich eine gute Sache in den Händen!

Wie bringst Du jedesmal gegen 1000 Zuschauer ins Churer Ringstadion

Wir vom Club pflegen den Kontakt zur Presse und zur Churer Öffentlichkeit sehr. Daneben pflegen wir grossen Kontakt zur Bevölkerung. Unsere Spieler besuchen auch die Schulen und jeder Junior der bei uns spielt, muss mindestens pro Saison einen „Neuen“ mitbringen! So bauen wir unser Kommunikationsnetz und unseren Nachwuchs auf.

Haben die Coaches Vorgaben für die Meisterschaft?

Nein. Ich habe niemandem der Coach-Staff Vorgaben gemacht. Ich brauche wie gesagt ein gutes Gefühl, dass alles zum besten steht und das habe ich im Moment für die kommende Meisterschaft.


Du hast ja letzten Herbst Deinen Rücktritt als Präsident auf ende dieser Saison bekannt gegeben, gilt das immer noch?

Eigentlich schon. Es hat aber nichts mit meinem Engagement bei den Broncos zu tun. Dennoch finde ich, dass mal ein neuer Wind durchs Bündnerland fegen muss. Ein neuer Präsident hat vielleicht neue, gute und frische Ideen und die tun der ganzen Mannschaft gut. Es ist aber absolut möglich, dass ich in absehbarer Zeit wieder einsteigen werde.

Hast Du auch noch andere Ziele in Deiner Freizeit?

Ja klar. Nächsten Herbst heirate ich meine langjährige Freundin Camilla Hofer in Las Vegas. Eine Hochzeit so richtig in Weiss mit vielen Farben und amerikanischem Tutch. Ich bin einfach ein America(n) Fan, mir gefallen Land und Leute. Das Leben, das Land und die Art. Dazu gibt es so schöne Reiseziele, aber auch wieder mal eine Rundreise wäre schön. Amerika ist für mich und bleibt für mich ein Traumland. Mit meiner Camilla und Ben (der Berner Sennenhund) werden wir unser Heim aber im Bündnerland haben.

Marcel Krebs

Leserkommentare (19) »

Mit Autos und Immoblien ist Walter Tribolet ein erfolgreicher Unternehmer. 100 Angestellten bietet er einen tollen Arbeitsplatz.

Walter Tribolet.

Die Profis der Calanda Broncos. Es fehlen noch Marko Glavic und der Amerika-Italiener Greg Conti. V.L.N.R. Rocky Ciasulli, Sasha Glavic, Headcoach Rick Taylor, Greg James und Walter Tribolet.

Headcoach Rick Taylor der neue Fussballprofessor der Calanda Bronco.******* Taylor ist 68-Jährig und eigentlich in Pension. Er war über viele Jahre an der Boston Universität für das gesamte Sportprogramm des American Football (Zweithöchste Liga) verantworlich. Mit Rick Taylor haben sich die Calanda Broncos einen der grossen Coaches an Land gezogen. Mit Rick Taylor wird mehr als nur frischer Wind ins Bündnerland kommen. Taylor wird seine Footballphilosophie mit garantiertheit durchsetzen. Rick Taylor blicht auf eine grossartige Footballerfahrung zurück. Taylor kann auch heute noch auf ein grosses Beziehungsnetz in der NFL zurückgreifen. Im Coachingbereich hat sich also viel geändert bei den Broncos und Rick Taylor steht nicht mit leeren Händen da. James Craig ist wieder auf seiner angestammte Position des Defense Coach konzentrieren. Mike Derungs wird Assistent von Taylor. Mit Daniel Zinsli und (Defense Backs) und Walter Tgetgel als Linebackers haben die Broncos nochmals drei heisse Eisen in der Staff. Dazu wird "MVP" Spielertrainer und Quarterback Marko Glavic die Offense aufs Höchstniveau führen.************ Rick Taylor lernte unser Land auf einer Ferienreise kennen. Er konnte sich damals schon fast nicht mehr von der Schweiz lösen. So war das Engagement auch über seine Pensionierung hinaus ein auch ein Glückstreffer für ihn meint er. Er werde so viel es geht in den fünf Monaten die Schweiz bereisen. Ascona, die Städte, das gesamte Bündnerland und vieles mehr. Zum Spiel- und Trainerbetrieb meint er: Es gibt bei mir keine schlechten Spieler. Ich will alle fördern und sie besser machen. Ich möchte sie auch an ein regelmässiges Training gewöhnen. Wir trainieren in Landquart dreimal in der Woche. Das Training ist aufgeteilt ind Defense-Offense und gemeinsames Training. Mein Ziel ist es, dass die Spieler an allen Trainings teilnehmen. Ich setzte mich für sie ein - im Gegenzug erwarte ich das Gleiche. Im Training wollen wir ja besser werden und so üben wir immer und immer wieder die gleichen Spielzüge, bis sie gehen. Nach meinen ersten Trainings habe ich gesehen, dass hier viel Potential vorhanden ist. Bei den Junioren bw. habe ich zwei drei überdurchschnittliche Talente entdeckt. So kann ich auch hier meine Hilfe anbieten und sie auf ein Niveau führen ähnlich dem in den USA.