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Marcel Krebs

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29. Januar 2011, 18:43

Zu wenig Gentlemen's

Turbulenzen im Schweizer American Football

Das Gentlemen's Agreement der Nationalliga A für die Saison 2012, ist zum Zweitenmal durchgefallen. An der heutigen Sitzung wo unter anderem die Spielplanbereinigung bevorstand, wurde auch ein neuer Versuch gestartet, um eine professionellere und vernünftigere Regelung in Sachen Ausländerpolitik zu finden. Neid und Eifersucht haben den Vorschlag aber zunichte gemacht. Wahre Gentlemen's sind demnach der Mangel in der AMF Vereinspolitik. Man steckt lieber den Kopf in den Sand, als zusammen nach Lösungen zu suchen um damit die Liga besser zu machen. International gesehen, ist diese Entscheidung ein weiterer grosser Rückschritt im Schweizer American Football. Nach dem Motto, "Wenn ich nicht kann, dann sollst du auch nicht können" zeigt sich einmal mehr eine kleinkarierte Weltansicht von einigen Vereinspräsidenten und gibt das bedenkliche Anschauungsbild im Multipack dazu mit um auf den sonst schon holprigen Plätzen des Schweizerischen American Footballs - weiter Football zu spielen. Von Marcel Krebs

Brüttisellen, 29.1.11 mk (mk) Dass jeder etwas geben muss, um ein solches Gentlemen's Agreement auch zustande zu bringen, ist jedem Gentlemen klar. Nicht so klar scheint dies einigen Vereinspräsidenten zu sein, es sei denn, sie wollen und wollten es absichtlich stürzen. Neid und Furcht, Angst und Eifersucht - andere Gründe kommen kaum in Frage.

Ein strikter Vorschlag stiess auf taube Ohren

Der heute eingereichte Vorschlag stiess auf taube Ohren. Der neue Vorschlag war nach strengeren Regeln gemacht um niemanden zu bevorteilen. Dieser Vorschlag hätte auch "semi-pro" einbezogen.

Das komische an der Sache

Der Vorschlag sagte: " Ein Schweizer ist ein Schweizer!"
Im Eishockey bw. ist es auch so. Domenichelli hat einen CH/Kanada Pass, gilt aber als Schweizer. Wieso die Teams keine Schweizer verplichten sollen - die im College gespielt haben, erstaunt sehr. Man will ja mit allen Mitteln eine Nationalmannschaft wiederbeleben - auf die Betreuungs-Posten ist ja ein richtiggehender Run entstanden. Wieso also ein Schweizer Pass in der Schweiz keinen Vorteil haben soll - versteht niemand - zeigt aber auch da, das man auch denken muss, um vorwärts zu kommen.

Der neue Vorschlag wollte auch, dass Spieler die im 2011 keine Ausländer waren, auch 2012 keine sind. Da gäbe es wieder Schlupflöcher - man könnte sagen, dass ein Spieler XY, der zwar seit 3-4 Jahren nie Ausländer war, unter der neuen Regelung schon einer ist. Der Streit wäre vorprogrammiert. Die Denkesweise dieser Verbandsbosse hat nämlich schlauerweise 4 oder 5 solche Spieler ausgemacht. Angst und Neid - ist auch da am vorderster Stelle. Doch jeder dieser Spieler würde ja, wenn er nicht mehr in die Schweiz kommt, aufhört zu spielen, heiratet etc. nicht mehr dazugehören. Es wäre einzig eine saubere, klare Regelung - aber da scheint es in den Gremien am Verstand zu hapern. Wieso soll der Spieler nicht wieder bei 0 anfangen ohne dass er bestraft wird, auch wenn er schon einmal hier in der Schweiz war?

Bern im Abseits

Jetzt da die Grizzlies definitiv ihren Sponsor verloren haben, sollten doch die gerade eine härtere Import Regelung wollen!! Wieso gerad in Bern die Fahnen auf Halbmast wehen, versteht niemand. Es könnte einerseits auch darauf hindeuten, dass die Mannschaft aus der laufenden Meisterschaft aussteigen will. Die beiden Schweden haben inzwischen bei verschiedenen Mannschaften für Aufnahme angefragt. (Ist Tatsache und beweisbar) Ausserdem soll der Vertrag mit dem verpflichteten Ami QB aufgelöst werden.

Ins eigene Bein geschossen

Mit der jetztigen Regelung sind die Broncos die grossen Nutzniesser! So gilt jetzt die EFAF-Regelung und die kommt, so komisch das tönt - nur den Broncos zu gute. Ohne Agreement bleibt nämlich die EFAF-Rule bestehen.

Ein Verdacht hinter dunklen Gewitterwolken

Der American Football Sport ist bei dieser Sache kein Einzelfall. In vielen Sportarten wird der mögliche Erfolg mit hinterwäldlerischem Denken verhindert. Wahre Gentlemen's sind rar. Und vielleicht sind gerade Menschen, denen man es nicht zutraut - die wahren Gentlemen's. Eines ist sicher, die Europäische Spitzenmannschaft der Calanda Broncos, um die es ja mit grosser Sicherheit hier geht, kann mit dieser EFAF-Regelung gut leben, wenig anderen Clubs aber tut diese Regelung weh und sie müssen noch mehr um ihre Existenz bangen, als sie es jetzt schon tun. Der neue Fall Bern Grizzlies sollte dafür Warnung genug sein.

Gentlemen's Agreement Vorschlag 2 (Pdf, 40 kB)
 

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