Mittwoch, 23. Mai 2012, 23:13:13 Uhr

21. Juni 2011, 12:40

Was läuft falsch im American Football Verband?

Gedanken zur verspielten Chance

Die Frage, "Was läuft falsch im SAFV?" ist nicht neu erfunden, sie stellte sich schon bald nach Beginn der Meisterschaft. Zaghafte Entscheidungen (wollte man es allen Rechtmachen?) oder kein Einschreiten bei Eigenhandlung von Klubs. Man hat ganz einfach die grosse Chance einen riesigen Schritt weiter zu kommen verpasst. Aber dies hat man bereits ein Jahr vorher verschlafen, wenn es auch nicht viele gemerkt haben.

Zürich, 20.6.11 mk (mk) Noch nie seit Bestehen des SAFV spielten so viele hochkarätige Spielerpersönlichkeiten in der Schweiz. Noch nie wurde so viel in die Mannschaften investiert. Trainer von Weltformat coachten und coachen die Klubs. Schweizer Spieler haben grossartige Lehrmeister im Trainer und im Importspieler gefunden. Sie lernten das American Footballspiel nochmals von Grund auf, lernten was Strategie heisst und reiften mittlerweile zu Spielerpersönlichkeiten heran.

Einige Klubs hielten mit - die anderen habe es verpennt!

Einige Klubs haben gemerkt, dass wenn American Football in der Schweiz weiter leben will, muss was geschehen. Diese Klubs sind sozusagen die Lokomotive an deren viel zu viele Schlafwagen angehängt sind. Einige drehen sich nach wie vor auf dem eigenen Radius, üben Kurzsichtigkeit und schwelgen in der Nostalgie vergangener Zeiten. Sie sind dabei im Verband gut aufgehoben.

Weniger Zuschauer als vergangene Jahre

Das Zuschauerinteresse hat sich negativ entwickelt. So waren bw. am sonntäglichen Spiel auf der Sportanlage Schönau gerade mal 70 Zuschauer (ohne Junioren)wer der Klubs am Spiel mehr als 200 hat, gehört zu den Glücklichen und dies sind vielleicht zwei Spielorte. Dies müsste den Verantwortlichen längst zu denken geben. Die Berner sind aber noch lange nicht die Einzigen, die vor leeren Rängen spielen.

Man denkt mit dem Wind

Verbandsdenken dreht sich mit dem Wind. Wenn ein Jahr vorher bw. das Relegationsspiel noch beim A-Klub stattfand, so ist es nun plötzlich beim B-Klub. Hat dies mit dem A- Klub des Spieles zu tun? Oder kennt man neuerdings andere Gründe und hat plötzlich eine andere Denkweise? Für das letztjährige Spiel hat man seitenlange Briefe geschrieben und begründet, warum und wieso.

Man greift nicht durch

Spiele werden verschoben, hin und her geschoben. Konsequenzen bleiben aus. Im Gegenteil, man findet immer wieder neue Ausreden. (Motto, alle sollen leben!) Spiele werden doppelt gezählt etc..... Man streitet sich mit den Klubs lieber um Importregelungen anstatt diesen Teams zu für ihre Pionierarbeit zu gratulieren.

Mit dem Abstieg eines A-Klubs steigen auch die Junioren ab

Ein Kick-off ins eigene Bein ist diese Regelung schon lange. Auf der einen Seite besteht man darauf, dass A-Klubs das Juniorenwesen fördern, auf der anderen Seite lässt man hoffnungsvollste Talente absteigen. Da fehlt nicht nur die Weitsicht, sondern noch recht viel anderes!

Nimmt man einmal mehr Fussball als Vergleich, dann sieht man, dass auch kleine Klubs die Chance haben, mit den Besten Elitejunioren mitzuspielen. Talente bleiben so erhalten oder haben sogar die Chance weiter vorwärtszu- kommen. Wieso macht man bw. wie bei den Fussballern nicht Auswahlteams? Sie wären unabhängiger aber sicher effizienter. Doch sicher funktioniert es auch in Klubteams. Doch die Trennung um ein erfolgreiches Juniorenkader zu bekommen ist unausweichlich. Im Zweifelsfalle, sind die Junioren immer die geprellten.

Wieso legt man nicht die U16 und U18 am gleichen Spieltag zusammen. Die Meisterschaft könnte auch über Frühjahr und Herbst stattfinden. Wieso spielt die U18 im Frühjahr/Sommer und die U16 im Herbst statt? Und beide spielen vor leeren Rängen? Da ist noch viel Denkarbeit nötig. Bewegung fördert bekanntlich das Vorwärtskommen.

Aus dem Dilemma zu kommen ist schwer!

Viele Aufgaben stehen Verbandsintern auf wackeligen Füssen. Der Pendenzenberg ist gross und man denkt über vieles nach, dass noch nicht erledigt ist. Irgendwie hat man auch das Gefühl es existieren keine Visionen. Der Weg sollte das Ziel sein, doch wenn dieser Weg in die vollkommene Dunkelheit führt, wird er weiter im Chaos herumirren.

Schulferien kommen vor den Spielen

Die Schulferien gelten als Wegweiser für die Planung. Man findet und erfindet jegliche Gründe um die Meisterschaft jedes Jahr zur gleichen Zeit, am gleichen Ort und mit den gleichen vergilbten Reglementen und Ausreden durchzuführen. Wieso muss die Meisterschaft im Juli zu Ende sein? Wieso beginnt sie nicht schon im Februar und endet im Herbst oder auch im Frühsommer? Sicher gibt es noch andere Möglichkeiten einen geordneten Spielbetrieb zu garantieren.

Auf der einen Seite wird wie die grössten Anfänger gearbeitet und auf der anderen Seite engagiert man Startrainer, die besten Spieler und will "koste es was es wolle" Schweizermeister werden. Dies dazu noch ohne Perspektive auf Zeit. Am Beispiel der Calanda Broncos, sieht man, wie es geht. Schaut man in die heutige Senior Mannschaft, findet man immer wieder aussergewöhnliche Talente. Das Beispiel Broncos könnte für viele Clubs wegweisend sein und dies hat nichts mit Missgunst oder ähnlichem zu tun. Die Broncos verfolgen ja auch ein ganz bestimmtes Konzept, ähnlich desjenigen der Raiffeisen Vienna Vikings und des Oesterreichischen American Footballverbandes und planen weit über die Meisterschaft hinaus. Die Nationalmannschaft ist immerhin Europas Nr.3 geworden und spielt an der WM. Dies war aber auch nicht selbstverständlich, sondern mit grossen Auflagen verbunden. So musste man innerhalb dreier Jahre vom C ins A aufsteigen.

Wieso engagiert der Verband keinen vollamtlichen Trainer um endlich dem Nachwuchs den nötigen Schliff zu verpassen?

Geld scheint ja genügend in der Kasse zu sein, die Klubs und die Spieler bezahlen jedes Jahr ein anständiges Sümmchen ein. So eine 50%Stelle wäre alleweil eine gute Lösung.

Wo bleibt die Planung?

Anders läuft es bei uns in der Schweiz. Der diesjährige Swissbowl wurde am genau gleichen Datum festgelegt wie der WM Final. Wer es geplant hat ist eigentlich gleich, nur warum es so geplant wurde erstaunt. Das Moto der WM heisst immerhin:"Wir wollen American Football in Europa bekannter machen!" In der Schweiz will man von solchen hochtrabenden Wunschgefühlen nichts hören, man schwelgt sich lieber in eigenen Träumen vom Weiterkommen und vergisst dabei, dass diese Träume meistens als Alpträume enden. Man will sozusagen "unter sich sein", getraut man sich vielleicht nicht mehr zu?

Der Drive ist weg, die Liga hat die Grippe!

Verfolgt man in einigen Spielorten die Spiele, so muss man sagen:"Die Luft ist raus!" Keine Zuschauer, schlechte Spiele und ganz einfach keine Lust aller Akteure, führt zur totalen Teilnahmslosigkeit. Hoffen wir wenigstens, dass das Endspiel anfangs Juli ein Highlight wird. Die Spieler hätten es verdient, doch wer hört schon auf die Spieler?

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Update: Schweizer Fussballklubs spannen in der Juniorenförderung zusammen. Tages-Anzeiger vom 21.6.11. So abwägig und weltfremd kann also meine Vision nicht sein!!

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